Für die Gestaltberatung ist ein Leitsatz: “eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose” er stammt aus einem Gedicht von Gertrude Stein.

Die Gestalt eines Menschen ist wie ein Mosaik, das unweigerlich von seinem Selbst gelegt wird. Es stellt seine ganzheitliche sinnhafte Wahrnehmung dar. Vom Anfang bis zum Ende.

Wenn eine Wahrnehmung aber für den Menschen keinen ganzheitlichen Sinn ergibt, dann kann sie sein Selbst auch nicht integrieren und findet keinen passenden Stein für das Mosaik.

Dann sind Lücken im Mosaik und die Gestalt des Menschen ist offen. Die Sinnlosigkeit der Offenen Gestalt für das Selbst, greift das Selbst an. Deswegen versucht es die vermissten Steine zu finden und die Gestalt zu schließen. Das kostet dem Mensch Lebensenergie und Lebensfreude.

Die Gestaltarbeit hilft dem Menschen durch, die Wahrnehmung und Erfahrung seines Selbst, den fehlenden Sinn für sein Selbst zu finden, die gesuchten Steine in sein Mosaik zu legen.

Das Schließen einer offenen Gestalt bedeutet für den Menschen, einen Schritt auf sich selbst zuzugehen.

Gestaltberatung ist eine humanistische psychotherapeutische Behandlungsmethode. Sie leitet sich vom Konzept der Gestalttherapie ab, das in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, von den damals als Psychoanalytiker tätigen Fritz Perls, seiner Frau Laura und dem Soziologen und Bürgerrechtler Paul Goodman entwickelt wurde. Es ist ein Konzept, das von einem ganzheitlichen Menschen- und Weltbild ausgeht. Der Mensch wird in allen seinen Dimensionen wahrgenommen ­ mit Körper Seele und Geist. Und in Wechselbeziehung mit seiner sozialen und ökologischen Umwelt.

Aus dieses ganzheitlichen Menschen- und Weltbild wurde der Begriff der „Gestalt“ abgeleitet. Er beschreibt die sinnvolle und abgeschlossene Einheit ganzheitlicher menschlicher Wahrnehmung. Alles für den Menschen Erfahrbare, wie zum Beispiel eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Gefühl, ein Gedanke, ist eine Gestalt. Gestalt ist gleichbedeutend mit Ganzheit.

Umgekehrt ist die individuelle Wahrnehmung nicht ganzheitlich, bleibt die Gestalt offen. Eine „offene Gestalt“ ist deswegen gleichbedeutend mit einer „Zersplitterung“ des Menschen. Folge ist, dass die Wahrnehmung des Selbst in der Vergangenheit wie im Jetzt und in der Zukunft nur in Teilen erfolgt.

An diese Denkweise knüpft der integrative therapeutische Ansatz der Gestaltarbeit an. Der Mensch hat die Fähigkeit zur Selbstregulierung und Selbstheilung und ist dabei selbstverantwortlich. Ausgangspunkt für die Arbeit ist das Hier und Jetzt, denn alles Denken und Fühlen geschieht immer nur in der Gegenwart. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können lernen, die Wirkung vergangener Ereignisse und früherer Erfahrungen zu reflektieren. Ändern wir unseren Blick auf die Vergangenheit, dann verändern wir damit auch ihre Wirkung auf uns selbst in der Gegenwart.

Die Gestaltarbeit öffnet dem Klienten in einem wertschätzenden zwischenmenschlichen Verhältnis auf einer „Ich-Du-Ebene“ einen Raum, in dem er sich ganzheitlich entfalten kann. Dabei kann er Altem wiederbegegnen und durch das kreative Erleben im Hier und Jetzt, neue individuelle Antworten finden. Der Wahrung der eigenen Würde, Unversehrtheit und Selbstbestimmung des Klienten gilt das Hauptaugenmerk des Therapeuten, wenn er den Klienten kritisch mit Teilen seines Selbst konfrontiert.

Das Ziel dieser geistigen Väter der Gestalttherapie war, eine Methode zu entwickeln, die sowohl das ganzheitliche Bewusstsein im Hier und Jetzt, als auch Körperlichkeit, Lebensfreude und kreative Kompetenz fördert. Sie entspricht mehr einer ressourcen- und lösungsorientierten Vorgehensweise therapeutischer Arbeit, als einer krankheits- und leistungsorientierten.

Wesentliche Impulse verdankt diese Methode der Psychoanalyse, der Gestaltpsychologie und der Feldtheorie. Im Rahmen philosophischer Ideen sind, die Phänomenologie, die Existentialphilosophie und das dialogische Prinzip zu nennen.

Das Mantalou International Institute liegt auf der griechischen Ägäis Insel Tinos. Es wurde 1994 von Professor Hans Lenhard gegründet. Das Institut bietet Gruppen von 8 bis 12 Personen die Möglichkeit, fernab der Alltagswelt und ihrer Sorgen und Zwänge, an verschiedenen gestaltpsychologisch ausgerichteten Werkstätten teilzunehmen. Die Werkstätten wollen ein ganzheitliches Bewusstsein der Teilnehmer fördern und dauern in der Regel zwischen fünf bis sieben Tagen. Der Aufenthalt in Mantalou bietet seinen Gästen neben reichhaltigen Inhalten und Erfahrungen in den Werkstätten, komfortable saubere Zimmer und frisch zubereitetes gesundes Essen. Darüber hinaus steht es den Gästen frei in den Pausen die Schönheit der Insel der Winde zu erkunden.